Menü

Kategorien

Alle Artikel

Schufa-Score erklären lassen: Auskunft nach § 37a BDSG

Neuer Schufa-Score seit 17.03.2026, § 37a BDSG ab 20.11.2026. Zwei copy-fertige Muster (Art. 15 DSGVO heute, § 37a BDSG ab November), Kriterien-Tabelle und 28-Tage-Regel.

DSGVO-konform & sicher
In Deutschland gehostet
Antwort in Sekunden
Kostenlos · unverbindlich · keine Kreditkarte
  1. 1Fall schildern
  2. 2Prüfung mit § & Urteil
  3. 3Nächste Schritte & Muster

Ihre konkrete Situation

Frag Specter zu Ihrem Fall – kostenlos.

Kostenlos starten · DSGVO-konform · Keine Kreditkarte

Schufa-Score erklären lassen: Auskunft nach § 37a BDSG (ab 20.11.2026) – Muster für heute und danach

Stand heute (03.08.2026) gibt es § 37a BDSG noch nicht wirksam: Er wurde durch das Gesetz vom 12.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 139) beschlossen, tritt aber erst am 20. November 2026 in Kraft. Wer jetzt eine Erklärung zu seinem neuen Schufa-Score (seit 17.03.2026, Skala 100–999) verlangen will, stützt sich auf Art. 15 Abs. 1 lit. h DSGVO – nicht auf § 37a BDSG.

Direkt zum zweigleisigen Muster, zur Zeitleiste oder zum Entscheidungsbaum. Geht es Ihnen um einen fehlerhaften Eintrag statt um eine Erklärung, springen Sie direkt zum Löschungs-Guide.

In 5 Minuten das richtige Schreiben in der Hand.

Die Muster auf dieser Seite zeigen Ihnen, welche Angaben für Variante A (heute) oder Variante B (ab 20.11.2026) erforderlich sind. Ergänzen Sie Name, Anschrift, Schufa-Kundennummer und Anlass selbst und prüfen Sie die Ein-Monats-Frist aus Art. 12 Abs. 3 DSGVO anhand Ihres konkreten Eingangsdatums.

1Heute oder ab 20.11.2026 – Variante wählen
2Auskunftsersuchen mit Ihren Daten erstellen
3Ein-Monats-Frist tracken (Art. 12 Abs. 3 DSGVO)
4Bei Untätigkeit: Beschwerde an den HBDI

Kurzantwort: Was gilt heute, was ändert sich am 20.11.2026

Bis zum 19.11.2026 ist § 31 BDSG die in Kraft befindliche Regelung zur Verwendung von Wahrscheinlichkeitswerten; ihre Vereinbarkeit mit der DSGVO ist seit EuGH C-634/21 umstritten. Sie betrifft primär die Pflichten des Score-Verwenders und nicht die Score-Erstellung durch Auskunfteien; für ein Auskunftsersuchen zur Score-Erklärung stützen Sie sich als Verbraucher auf Art. 15 Abs. 1 lit. h DSGVO in Verbindung mit Art. 12 Abs. 3 DSGVO (Antwortfrist: ein Monat, verlängerbar um bis zu zwei weitere Monate). Ab dem 20. November 2026 löst § 37a BDSG den bisherigen § 31 BDSG ab und verankert erstmals ausdrücklich einen Anspruch auf Mitteilung der Kriteriengewichtung.

Beschlossen

§ 37a BDSG ist seit dem 18.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 139) verkündetes, aber noch nicht in Kraft getretenes Recht – als Text existiert die Norm bereits.

Gilt / in Kraft

Anwendbar ist § 37a BDSG erst ab dem 20.11.2026. Ein Schreiben, das sich heute auf § 37a BDSG beruft, läuft rechtlich ins Leere.

Stand dieser Seite: 03.08.2026. Der Bundesgerichtshof entscheidet am 21.10.2026 über den Umfang des Auskunftsanspruchs zur Scoreformel (I ZR 227/25, I ZR 230/25). Diese Seite wird nach der Verkündung aktualisiert.

Score-Erklärung anfordern

Auskunftsersuchen zu Ihrem konkreten Fall erstellen.

Kostenlos starten · DSGVO-konform · Keine Kreditkarte

Zeitleiste: Vom neuen Score bis § 37a BDSG

Sechs Daten erklären den gesamten Vorgang – von der Produktumstellung der Schufa bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Neuregelung. Zwei Termine liegen noch vor uns und sind entsprechend gekennzeichnet.

17.03.2026

Neuer Schufa-Score live

Skala 100–999 statt Basisscore in Prozent (Produktinfo, kein Gesetzesakt).

12.05.2026

Ausfertigung des Gesetzes

Unterzeichnet von Bundespräsident Steinmeier, Bundeskanzler Merz und Bundesministerin Hubig.

18.05.2026

Verkündung im Bundesgesetzblatt

BGBl. 2026 I Nr. 139, ausgegeben zu Bonn. § 37a BDSG ist damit beschlossenes Recht – aber noch nicht in Kraft.

18.06.2026

BGH-Verhandlungstermin

I ZR 227/25 / I ZR 230/25, Karlsruhe. Tendenz laut Berichterstattung gegen eine weite Offenlegungspflicht der Scoreformel – noch keine Entscheidung.

21.10.2026

noch ausstehend

BGH-Verkündungstermin

Urteil zum Auskunftsanspruch über die Scoreformel wird erwartet. Diese Seite wird danach aktualisiert.

20.11.2026

noch ausstehend

§ 37a BDSG tritt in Kraft

§ 31 BDSG wird zeitgleich gestrichen (Art. 16 Abs. 1 des Gesetzes vom 12.05.2026 – keine Ausnahme für Art. 3 in Abs. 2).

Das Muster: Auskunft heute vs. ab 20.11.2026

Wählen Sie die passende Variante. Beide Schreiben sind sofort einsatzbereit; ersetzen Sie nur die Platzhalter in eckigen Klammern. Die Antwortfrist ist in beiden Fällen identisch: ein Monat nach Art. 12 Abs. 3 DSGVO, verlängerbar um bis zu zwei weitere Monate bei Komplexität – keine 14-Tage-Frist.

Variante A · Art. 15 Abs. 1 lit. h DSGVO

Heute gültig, bis 19.11.2026

Betreff: Antrag auf Auskunft gemäß Art. 15 DSGVO

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu meiner Person führen Sie unter der Kundennummer [Schufa-Kundennummer] einen Bonitäts-Score. Anlass meiner Anfrage: [Anlass, z. B. Ablehnung eines Kredits / Handyvertrags / einer Wohnung] vom [Datum].

Hiermit beantrage ich Auskunft nach Art. 15 Abs. 1 DSGVO, insbesondere nach Art. 15 Abs. 1 lit. h DSGVO über die involvierte Logik sowie über Tragweite und angestrebte Auswirkungen der automatisierten Verarbeitung (Profiling) bei der Erstellung meines Wahrscheinlichkeitswerts (Score). Bitte teilen Sie mir insbesondere mit:

- welche Kategorien personenbezogener Daten in die Berechnung meines aktuellen Scores eingeflossen sind,
- nach welchem Verfahren und welchen Grundsätzen der Score gebildet wird (verständliche Erläuterung von Verfahren und Grundsätzen),
- welche konkreten Auswirkungen die automatisierte Verarbeitung für mich hatte oder haben kann.

Für Ihre Antwort gilt die Frist aus Art. 12 Abs. 3 DSGVO: unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb eines Monats nach Eingang dieses Antrags. Eine Verlängerung um bis zu zwei weitere Monate ist bei Komplexität möglich, muss mir aber innerhalb des ersten Monats mitgeteilt und begründet werden.

Hinweis zum Umfang der Auskunft: Mir ist bekannt, dass der Umfang eines Anspruchs auf Offenlegung der genauen Scoreformel derzeit in der obergerichtlichen Rechtsprechung umstritten (die Oberlandesgerichte beurteilen den Umfang unterschiedlich) und Gegenstand der beim I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs anhängigen, noch nicht entschiedenen Verfahren I ZR 227/25 und I ZR 230/25 ist (Verkündungstermin: 21.10.2026). Nach der Rechtsprechung des EuGH (Urteil v. 27.02.2025, C-203/22, Dun & Bradstreet Austria) verlangt Art. 15 Abs. 1 lit. h DSGVO keine vollständige Offenlegung des Algorithmus, sondern eine für mich verständliche Erläuterung des Verfahrens und der angewandten Grundsätze. Ich bitte Sie, mir diese Erläuterung im gebotenen Umfang zur Verfügung zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

[Name]
[Anschrift]
[Ort, Datum]

Variante A enthält einen ehrlichen Hinweis auf das noch offene BGH-Verfahren zur Scoreformel. Verwenden Sie niemals Variante B vor dem 20.11.2026 – § 37a BDSG ist vorher nicht anwendbar.

Eskalationsstufe 2: Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde

Reagiert die Schufa nicht innerhalb der Frist aus Art. 12 Abs. 3 DSGVO oder verweigert sie die Auskunft unberechtigt, steht Ihnen die Beschwerde nach Art. 77 DSGVO offen. Zuständig ist der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HBDI), weil die SCHUFA Holding AG ihren Sitz in Wiesbaden, Hessen, hat. Dieses Muster funktioniert unabhängig davon, ob Sie zuvor Variante A oder Variante B verwendet haben.

Muster · Beschwerde nach Art. 77 DSGVO an den HBDI

Betreff: Beschwerde gemäß Art. 77 DSGVO gegen die SCHUFA Holding AG

An den Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (HBDI)
Postfach 3163, 65021 Wiesbaden

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhebe ich Beschwerde nach Art. 77 DSGVO gegen die SCHUFA Holding AG mit Sitz in Wiesbaden, Hessen. Ich wende mich an Sie als federführend zuständige Aufsichtsbehörde, da die SCHUFA Holding AG ihren Sitz in Ihrem Zuständigkeitsbereich hat. (Hinweis: Nach Art. 77 Abs. 1 DSGVO können Sie die Beschwerde alternativ bei der Datenschutzaufsicht Ihres eigenen Bundeslands einreichen; diese leitet sie weiter.)

Sachverhalt: Am [Datum] habe ich [Auskunft nach Art. 15 DSGVO / Auskunft nach § 37a Abs. 4 BDSG] beantragt. [Die Frist aus Art. 12 Abs. 3 DSGVO ist am [Datum] ohne Antwort abgelaufen. / Die Auskunft wurde am [Datum] verweigert bzw. blieb unvollständig, insbesondere hinsichtlich: [Punkt benennen].]

Ich bitte Sie, den Sachverhalt zu prüfen und auf eine vollständige, fristgerechte Auskunft hinzuwirken.

Anlage: Kopie meines Auskunftsersuchens vom [Datum] sowie ggf. der Antwort der SCHUFA Holding AG.

Mit freundlichen Grüßen

[Name]
[Anschrift]
[Ort, Datum]

Eskalationsstufe 3: Anfechtung und Widerspruch (§ 37a Abs. 5 BDSG, ab 20.11.2026)

Ab dem 20.11.2026 gewährt § 37a Abs. 5 BDSG drei konkrete Rechte: die Anfechtung der auf dem Score beruhenden Entscheidung, das Recht, den eigenen Standpunkt darzulegen, und das Recht auf eine Entscheidung durch eine natürliche Person. Vor diesem Datum gilt insoweit die bisherige Rechtslage nach § 31 BDSG bzw. Art. 22 DSGVO.

Muster · Anfechtung nach § 37a Abs. 5 BDSG

Gilt erst ab 20.11.2026

Gilt erst ab dem 20. November 2026. Vorher: bisherige Rechtslage nach § 31 BDSG / Art. 22 DSGVO.

Betreff: Anfechtung und Widerspruch gemäß § 37a Abs. 5 BDSG

Hinweis: § 37a BDSG gilt erst ab dem 20. November 2026. Vor diesem Datum richten sich Ihre Rechte nach der bisherigen Rechtslage (§ 31 BDSG bzw. Art. 22 DSGVO).

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben am [Datum] über [Anlass, z. B. Kreditvergabe / Vertragsabschluss / Mietvertrag] entschieden und dabei einen von [Name der Auskunftei] übermittelten Wahrscheinlichkeitswert (Score) zu meiner Person zugrunde gelegt.

Adressat dieses Schreibens: Die Rechte aus § 37a Abs. 5 BDSG bestehen gegenüber dem Verantwortlichen, der die Entscheidung getroffen hat – also gegenüber dem Unternehmen, das Ihnen den Vertrag verweigert oder die Konditionen festgelegt hat. Trifft ausnahmsweise die Auskunftei selbst die Entscheidung, richtet sich das Schreiben an diese.

Hiermit mache ich von meinem Recht nach § 37a Abs. 5 BDSG Gebrauch:

1. Ich fechte die auf diesem Wahrscheinlichkeitswert beruhende Entscheidung an,
2. ich lege meinen eigenen Standpunkt dar: [Standpunkt kurz darlegen, z. B. abweichende tatsächliche Bonität, veraltete oder fehlerhafte Datenbasis],
3. ich verlange, dass über den Sachverhalt eine natürliche Person entscheidet (§ 37a Abs. 5 BDSG: Recht auf Anfechtung, Darlegung des eigenen Standpunkts und Entscheidung einer natürlichen Person).

Bitte teilen Sie mir das Ergebnis schriftlich mit.

Mit freundlichen Grüßen

[Name]
[Anschrift]
[Ort, Datum]

Kriterien-Tabelle: Was zählt neu, was ist gesetzlich ausgeschlossen

Zwei unterschiedliche Dinge werden hier oft vermischt: Produktinformationen der Schufa zum neuen Score (nicht gesetzlich verankert) und die gesetzliche Ausschlussliste nach § 37a Abs. 2 BDSG (ab 20.11.2026 verbindlich). Diese Tabelle trennt beides sauber.

Score-Kriterien (Produktinfo) vs. gesetzlich ausgeschlossene Daten nach § 37a Abs. 2 BDSG

Neue Score-Kriterien (Produktinfo) vs. gesetzlich ausgeschlossene Daten nach § 37a Abs. 2 BDSG (ab 20.11.2026)
KategorieStatusQuelle / Rechtsgrundlage
12 bewertungsrelevante Kriterien-KategorienProduktinfo – nicht primärquellenbestätigtProdukt-/Verbraucherinformation der Auskunftei (Sekundärquellen), keine gesetzliche Regelung – hier nicht aus einer amtlichen Primärquelle belegt
Daten besonderer Kategorien (Art. 9 DSGVO)ausdrücklich ausgeschlossen§ 37a Abs. 2 BDSG, ab 20.11.2026
Alter und Geschlechtausdrücklich ausgeschlossen§ 37a Abs. 2 BDSG, ab 20.11.2026
Nameausdrücklich ausgeschlossen§ 37a Abs. 2 BDSG, ab 20.11.2026
Daten aus sozialen Netzwerkenausdrücklich ausgeschlossen§ 37a Abs. 2 BDSG, ab 20.11.2026
Kontobewegungsdatenausdrücklich ausgeschlossen§ 37a Abs. 2 BDSG, ab 20.11.2026
Anschriftendatenausdrücklich ausgeschlossen§ 37a Abs. 2 BDSG, ab 20.11.2026

Die „12 Kriterien“ sind eine Produktangabe aus Sekundärquellen, keine gesetzliche Regelung – deshalb werden hier keine Einzelnamen der Kriterien genannt. Die sechs Ausschluss-Zeilen dagegen beruhen unmittelbar auf § 37a Abs. 2 BDSG, der zusätzlich die nachweisbare Erheblichkeit der Daten nach einem wissenschaftlich anerkannten mathematisch-statistischen Verfahren, den Ausschluss Minderjähriger und eine Zweckbindung vorschreibt – verbindlich erst ab dem 20.11.2026.

28-Tage-Checkliste vor dem Kreditvergleich + Timing-Rechner

Nach übereinstimmenden Verbraucherinformationen werden mehrere Kredit-/Ratenanfragen innerhalb von 28 Tagen für die Score-Berechnung als eine einzige Anfrage gezählt. Das ist eine Praxis-Information, keine gesetzlich verankerte Regel – es gibt dazu weder eine 30.06.2026-Frist noch eine 2028-Übergangsregelung.

  • Letztes Anfragedatum notieren: Datum jeder Kredit-/Ratenanfrage der letzten 4 Wochen festhalten, bevor Sie weitere Angebote einholen.
  • Anbieter vorher filtern: Konditionen online/telefonisch vorab vergleichen, damit nur bei den 1–2 aussichtsreichsten Anbietern tatsächlich eine Anfrage gestellt wird.
  • Anfragen bündeln: Wirklich nötige Vergleichsanfragen möglichst am selben Tag oder innerhalb weniger Tage stellen statt über Wochen verteilt.
  • Konditionsanfrage statt Kreditanfrage wählen: Viele Banken bieten eine unverbindliche Konditionsanfrage an, die (nach Anbieterangabe) nicht wie eine echte Kreditanfrage gewertet wird – vorher beim Anbieter erfragen.
  • Timing-Rechner nutzen: Vor der nächsten Anfrage unten prüfen, ob das 28-Tage-Fenster der letzten Anfrage bereits abgelaufen ist.

Timing-Rechner: nächste unschädliche Anfrage

Tragen Sie das Datum Ihrer letzten Kredit-/Ratenanfrage ein. Der Rechner arbeitet ausschließlich in Ihrem Browser.

Datum eintragen, um das Ende des 28-Tage-Fensters zu sehen.

Unverbindliche Orientierung auf Basis einer Verbraucherinformation, keine gesetzliche Frist und keine Rechtsberatung.

Entscheidungsbaum: Kredit, Handyvertrag oder Wohnung abgelehnt – welches Schreiben passt?

Nicht jede Ablehnung braucht dasselbe Schreiben. Ordnen Sie Ihren Fall in einen der vier Äste ein:

Ausgangsfrage: Warum wurde Kredit, Handyvertrag oder Wohnung abgelehnt?

Auskunft

Sie wollen wissen, welche Daten und Kriterien in den Score eingeflossen sind?

Nutzen Sie das zweigleisige Muster oben: Variante A (Art. 15 Abs. 1 lit. h DSGVO) heute, Variante B (§ 37a Abs. 4 BDSG) ab dem 20.11.2026.

Zum Muster-Auskunftsersuchen
Erläuterung

Der Vertragspartner (Bank, Vermieter, Mobilfunkanbieter) hat Ihnen keinen nachvollziehbaren Grund genannt?

Auch die Begründung der konkreten Ablehnung stützt sich heute auf Art. 15 Abs. 1 lit. h DSGVO. Verwenden Sie ebenfalls Variante A und nennen Sie den Anlass konkret.

Zum Muster-Auskunftsersuchen
Berichtigung

Ein einzelner gespeicherter Wert (z. B. Betrag, Datum) ist schlicht falsch?

Dafür ist nicht die Score-Auskunft das richtige Werkzeug, sondern die Berichtigung nach Art. 16 DSGVO. Den passenden Ablauf erklärt der Auskunfts- und Berichtigungs-Guide.

Zum Berichtigungs-Guide
Löschung

Der zugrunde liegende Eintrag ist falsch, erledigt oder veraltet und soll komplett entfernt werden?

Das ist ein eigenständiger Anspruch mit eigenen Fristen (Art. 17 DSGVO). Prüfen Sie ihn mit dem separaten Löschungs-Guide und -Checker statt mit einer Score-Erklärung.

Zum Löschungs-Guide & Checker

Häufige Fragen

Schufa Erklärung Score verlangen – welches Muster nutze ich?

Nutzen Sie das zweigleisige Muster auf dieser Seite: Heute, also bis zum 19.11.2026, gilt Variante A auf Basis von Art. 15 Abs. 1 lit. h DSGVO in Verbindung mit Art. 12 Abs. 3 DSGVO. Ab dem 20.11.2026 gilt Variante B auf Basis von § 37a Abs. 4 BDSG. Wichtig: Vor dem 20.11.2026 sollten Sie sich nicht auf § 37a BDSG berufen, weil diese Norm noch nicht in Kraft ist – ein darauf gestütztes Schreiben liefe rechtlich ins Leere.

Was regelt § 37a BDSG und ab wann gilt er?

§ 37a BDSG wurde durch Artikel 3 Nr. 4 des Gesetzes vom 12.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 139, ausgegeben am 18.05.2026) neu in das BDSG eingefügt. In Kraft tritt er erst am 20. November 2026, gemäß Artikel 16 Abs. 1 desselben Gesetzes – Artikel 3 gehört nicht zu den in Artikel 16 Abs. 2 genannten Ausnahmen. Der Unterschied ist entscheidend: „beschlossen“ bzw. „verkündet“ bedeutet, dass das Gesetz bereits existiert; „gilt“ bzw. „in Kraft“ bedeutet, dass es angewendet werden darf – das ist bei § 37a BDSG erst ab dem 20.11.2026 der Fall. Ein Datum wie der 30.06.2026 oder das Jahr 2028 spielt für das Inkrafttreten von § 37a BDSG keine Rolle.

Auskunft nach § 37a BDSG – wie sieht ein Muster aus (ab 20.11.2026)?

Ab dem 20.11.2026 richtet sich der Anspruch nach § 37a Abs. 4 BDSG: Sie können verlangen, dass die Auskunftei Ihnen in klarer und einfacher Sprache mitteilt, welche Daten und Kriterien verwendet wurden, wie die einflussreichsten Kriterien gewichtet sind, welche Aussagekraft der konkrete Wahrscheinlichkeitswert hat und welche Werte an welche Empfänger übermittelt wurden – innerhalb der Frist aus Art. 12 Abs. 3 DSGVO. Das entsprechende Muster (Variante B) auf dieser Seite ist deutlich als „gilt erst ab 20.11.2026“ gekennzeichnet.

Muss die Schufa ihre Scoreformel offenlegen?

Nein, weder Art. 15 Abs. 1 lit. h DSGVO noch § 37a BDSG verlangen die vollständige Offenlegung des Algorithmus oder der exakten Formel. Der EuGH hat im Urteil C-203/22 (Dun & Bradstreet Austria) klargestellt, dass eine verständliche Erläuterung von Verfahren und Grundsätzen genügt. Wie weit dieser Erläuterungsanspruch im Einzelfall reicht, ist derzeit in der obergerichtlichen Rechtsprechung umstritten (die Oberlandesgerichte beurteilen den Umfang unterschiedlich) und Gegenstand der beim I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs anhängigen, noch nicht entschiedenen Verfahren I ZR 227/25 und I ZR 230/25; die mündliche Verhandlung vom 18.06.2026 deutete auf eine eher enge Auslegung hin, die Entscheidung selbst steht mit Verkündungstermin am 21.10.2026 noch aus.

Schufa Score Begründung anfordern nach Kreditablehnung – was tun?

Ordnen Sie Ihren Fall zunächst mit dem Entscheidungsbaum auf dieser Seite ein. Geht es um Auskunft oder eine nachvollziehbare Erläuterung der Ablehnung, nutzen Sie heute Variante A (Art. 15 Abs. 1 lit. h DSGVO). Stellt sich dabei heraus, dass ein gespeicherter Wert schlicht falsch ist, verlangen Sie grundsätzlich Berichtigung nach Art. 16 DSGVO. Geht es dagegen darum, dass Daten überhaupt nicht gespeichert werden dürfen, prüfen Sie den separaten Löschungs-Guide.

Wie lange hat die Schufa Zeit, meine Auskunftsanfrage zu beantworten?

Es gilt Art. 12 Abs. 3 DSGVO: Die Auskunft ist unverzüglich, spätestens aber innerhalb eines Monats nach Eingang Ihres Antrags zu erteilen. Bei komplexen oder zahlreichen Anträgen kann sich diese Frist um bis zu zwei weitere Monate verlängern; über eine Verlängerung und deren Gründe müssen Sie innerhalb des ersten Monats informiert werden. Eine 14-Tage-Frist gibt es weder in der DSGVO noch in § 37a BDSG.

Was ändert sich für Verbraucher durch § 37a BDSG gegenüber dem bisherigen § 31 BDSG?

§ 31 BDSG wird durch Artikel 3 Nr. 3 desselben Gesetzes am 20.11.2026 gestrichen und durch § 37a BDSG ersetzt. Neu ist vor allem die in Absatz 4 ausdrücklich verankerte Auskunftspflicht über die Gewichtung der einflussreichsten Kriterien sowie das in Absatz 5 verankerte Recht auf Anfechtung, Darlegung des eigenen Standpunkts und Entscheidung einer natürlichen Person. Diese Rechte stehen in Absatz 5 – es gibt in der verkündeten Fassung keinen zusätzlichen Absatz 6.

Wo lege ich Beschwerde gegen die Schufa ein, wenn sie meine Auskunft verweigert oder nicht fristgerecht beantwortet?

Rechtsgrundlage ist Art. 77 DSGVO. Federführend zuständig ist der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HBDI), weil die SCHUFA Holding AG ihren Sitz in Wiesbaden hat. Nach Art. 77 Abs. 1 DSGVO können Sie die Beschwerde aber auch bei der Datenschutzaufsicht Ihres eigenen Bundeslands einreichen – am Aufenthaltsort, am Arbeitsplatz oder am Ort des mutmaßlichen Verstoßes; diese leitet sie weiter. Das Musterschreiben für diese Eskalationsstufe finden Sie weiter oben auf dieser Seite.

Kann ich der Nutzung meines Schufa-Scores widersprechen?

Ab dem 20.11.2026 nach § 37a Abs. 5 BDSG: Sie können die auf dem Wahrscheinlichkeitswert beruhende Entscheidung anfechten, Ihren eigenen Standpunkt darlegen und verlangen, dass eine natürliche Person entscheidet – nicht nach einem „Absatz 6“, den es in der verkündeten Fassung nicht gibt. Vor dem 20.11.2026 richten sich entsprechende Rechte noch nach der bisherigen Rechtslage, insbesondere § 31 BDSG und Art. 22 DSGVO.

Wie oft kann ich Kreditangebote vergleichen, ohne dass es meinem Schufa-Score schadet?

Nach übereinstimmenden Verbraucher- und Vergleichsportal-Informationen werden mehrere Kredit- bzw. Ratenanfragen innerhalb von 28 Tagen für die Score-Berechnung als eine einzige Anfrage gezählt. Das ist keine gesetzlich verankerte Regel, sondern eine Praxis-/Produktinformation der Auskunfteien. Mit dem Timing-Rechner auf dieser Seite sehen Sie, ab welchem Datum eine weitere Anfrage außerhalb des 28-Tage-Fensters der letzten Anfrage liegt.

Welche Daten dürfen Auskunfteien nach dem neuen § 37a BDSG NICHT für den Score verwenden?

Nach § 37a Abs. 2 BDSG (ab 20.11.2026) dürfen unter anderem folgende Daten nicht für die Score-Bildung verwendet werden: Daten besonderer Kategorien nach Art. 9 DSGVO, Alter und Geschlecht, der Name, Daten aus sozialen Netzwerken, Kontobewegungsdaten und Anschriftendaten; zudem müssen die genutzten Daten unter Zugrundelegung eines wissenschaftlich anerkannten mathematisch-statistischen Verfahrens nachweisbar erheblich sein, Minderjährige sind ausgenommen, und es gilt eine Zweckbindung. Diese Ausschlussliste ist gesetzlich verankert und ab dem 20.11.2026 verbindlich – zu unterscheiden von den in der Kriterien-Tabelle unten separat gekennzeichneten „12 Kriterien“, die als Produktinformation und nicht als gesetzliche Regelung gelten.

Rechtsstand, Quellen und Update-Hinweis

Diese Seite spiegelt den Rechtsstand vom 03.08.2026 wider. Der Bundesgerichtshof hat in den Verfahren I ZR 227/25 und I ZR 230/25 noch kein Urteil gesprochen; die Verkündung ist für den 21.10.2026 terminiert. Wir aktualisieren diese Seite nach der Verkündung.

Amtliche Quellen für den Gesetzestext: der Regelungstext des Gesetzes vom 12.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 139) über recht.bund.de sowie der aktuell geltende BDSG-Text über gesetze-im-internet.de.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Prüfen Sie Fristen und den genauen Gesetzeswortlaut im Einzelfall zusätzlich selbst, insbesondere nach dem 21.10.2026 und dem 20.11.2026.

Auskunftsersuchen mit dem passenden Muster vorbereiten

Wählen Sie nach der Anmeldung das passende Muster und ergänzen Sie Ihre persönlichen Angaben selbst. Die Frist prüfen Sie anhand des tatsächlichen Eingangs bei der Auskunftei – kostenlos starten, DSGVO-konform, Serverstandort Deutschland.

Weiterführend

Amtliche Quellen

Mehr Tiefe

Datenschutz & IT Hub

DSGVO-Pflichten, Auskunft/Löschung, AV-Verträge und Kurzleitfäden für KMU.

Zum Datenschutz & IT Hub
SpecterAI

Das können Sie fragen

Belegte Antwort mit § und Urteil – kostenlos

Bereit für die Zukunft der Rechtshilfe?

Starten Sie jetzt mit SpecterAI und erleben Sie, wie einfach und effizient juristische Arbeit sein kann. Kostenlos testen, keine Kreditkarte erforderlich.