Minijob 2027: Arbeitgeberkosten steigen – Rechner

Ab 01.01.2027 zahlen gewerbliche Arbeitgeber statt 13 % den allgemeinen Beitragssatz plus Zusatzbeitrag (§ 249b SGB V). Privathaushalte bleiben bei 5 %.

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Von SpecterAI Redaktion

Stand: 7. September 2026

Minijob 2027: was Arbeitgeber der neue § 249b SGB V wirklich kostet

Beschäftigen Sie einen gewerblichen Minijobber, zahlen Sie ab dem 1. Januar 2027 mehr Krankenversicherungsbeitrag. Der Pauschalbeitrag steigt von 13 Prozent auf 14,6 Prozent plus einen Zusatzbeitrag. Beschäftigen Sie dagegen jemanden in Ihrem Privathaushalt, bleibt alles beim Alten. Mit Rechner für Ihren konkreten Fall.

Kurz gesagt — Für gewerbliche Minijobs (§ 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV) steigt Ihr KV-Pauschalbeitrag ab dem 1. Januar 2027 von 13 Prozent auf 14,6 Prozent plus den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz nach § 242a SGB V (§ 249b Satz 1 SGB V n.F.). Für Minijobs in Privathaushalten (§ 8a SGB IV) bleibt es bei 5 Prozent — § 249b Satz 2 SGB V wurde nicht geändert.

Das Wichtigste in Kürze

Betroffen
Arbeitgeber gewerblicher Minijobs nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV – Kleinbetriebe, Handwerk, Gastro, Einzelhandel, Vereine
Nicht betroffen
Privathaushalte nach § 8a SGB IV – bleibt bei 5 %
Was steigt
KV-Pauschalbeitrag von 13 % auf 14,6 % + Zusatzbeitragssatz
Ab wann
1. Januar 2027 (Art. 8 Abs. 2 GKV-BSSG)
Verkündet
29. Juli 2026, BGBl. 2026 I Nr. 228
Offene Zahl
Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz 2027 (§ 242a SGB V) – im September 2026 noch nicht bekannt

Gewerblicher Minijob oder Privathaushalt – der Unterschied entscheidet alles

§ 249b SGB V unterscheidet zwei Gruppen von Arbeitgebern, und das ist der wichtigste Punkt der ganzen Änderung. Satz 1 gilt für Beschäftigungen nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV – also für jeden Betrieb, Verein oder sonstigen Arbeitgeber außerhalb eines Privathaushalts. Satz 2 gilt nur für geringfügige Beschäftigungen in Privathaushalten nach § 8a SGB IV. Geändert wurde ausschließlich Satz 1: der gewerbliche Minijob wird teurer, der Minijob im Privathaushalt nicht.

§ 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV – gewerblich

Betrag steigt ab 01.01.2027

Handwerksbetrieb, Gastronomie, Einzelhandel, Verein oder jeder andere Arbeitgeber außerhalb des eigenen Haushalts. KV-Pauschalbeitrag: 13 % bisher → 14,6 % + Zusatzbeitragssatz ab 2027.

§ 8a SGB IV – Privathaushalt

Keine Änderung

Haushaltshilfe, Betreuung, Reinigung oder Gartenarbeit im eigenen Privathaushalt über das Haushaltsscheckverfahren. KV-Pauschalbeitrag bleibt bei 5 % (§ 249b Satz 2 SGB V, unverändert).

Beschäftigen Sie mehrere Minijobber – etwa eine Aushilfe im Laden und daneben eine Haushaltshilfe zu Hause –, gilt für jede Beschäftigung die passende Vorschrift für sich.

Arbeitgeber-Rechner: Mehrkosten ab 2027

Tragen Sie das monatliche Entgelt Ihres Minijobbers ein und wählen Sie die Beschäftigungsart. Nur für gewerbliche Minijobs wichtig: eine Annahme für den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz 2027.

Beschäftigungsart

des Minijobbers
Platzhalter, kein amtlicher Wert
Warum ist der Zusatzbeitragssatz editierbar statt fest eingetragen?

Das Bundesministerium für Gesundheit gibt den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz für 2027 jedes Jahr neu bekannt (§ 242a SGB V) – im September 2026 lag dieser Wert noch nicht vor. Die 2,5 Prozentpunkte hier sind deshalb nur ein Platzhalter zum Ausprobieren, keine Prognose. Sobald der amtliche Wert feststeht, tragen Sie ihn hier ein.

KV-Pauschalbeitrag bisher

67,60 €

im Monat (13,0 %), 811,20 € im Jahr

KV-Pauschalbeitrag ab 01.01.2027

88,92 €

im Monat (17,1 %), 1.067,04 € im Jahr

Mehrkosten für Sie als Arbeitgeber

21,32 €

im Monat, das sind 255,84 € im Jahr – zusätzlich zu dem, was Sie bisher gezahlt haben.

Rechenweg

Entgelt 520,00 €×17,1 %=88,92 € ab 2027
88,92 € neu67,60 € bisher=21,32 € Mehrkosten
Weitere Abgaben auf den Minijob mit einbeziehen (optional)

Diese Abgaben ändert das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz nicht. Die aktuellen Sätze (Rentenversicherungspauschale, Pauschsteuer, U1/U2, Insolvenzgeldumlage und Unfallversicherung) bekommen Sie bei der Minijob-Zentrale oder Ihrer Krankenkasse; den Beitrag zur Unfallversicherung erfahren Sie bei der zuständigen Berufsgenossenschaft bzw. dem Unfallversicherungsträger. Die Umlagesätze U1/U2 unterscheiden sich je nach Kasse. Alle Felder starten bei 0 und zählen nur mit, wenn Sie sie ausfüllen.

KV-Pauschalbeitrag nach Entgelt-Stufen

Gerechnet für gewerbliche Minijobs mit der aktuell eingestellten Annahme (17,1 % ab 2027).

ArbeitsentgeltKV-Beitrag bisherKV-Beitrag ab 2027Mehrkosten/MonatMehrkosten/Jahr
250,00 €32,50 €42,75 €10,25 €123,00 €
400,00 €52,00 €68,40 €16,40 €196,80 €
550,00 €71,50 €94,05 €22,55 €270,60 €
603,00 €78,39 €103,11 €24,72 €296,64 €

603 € ist die oberste Stufe in dieser Tabelle. Bei Privathaushalten bleiben die Mehrkosten in jeder Zeile bei 0,00 €, weil § 249b Satz 2 SGB V unverändert bleibt.

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Die Stichtage

Zeitplan der Erhöhung

Nach Artikel 8 des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes und § 249b SGB V.

DatumWas gilt
29.07.2026Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wird im Bundesgesetzblatt verkündet (BGBl. 2026 I Nr. 228). Der neue § 249b Satz 1 SGB V gilt noch nicht.
01.01.2027§ 249b Satz 1 SGB V in der neuen Fassung gilt (Art. 8 Abs. 2 GKV-BSSG, Art. 1 Nr. 64). Der KV-Pauschalbeitrag für gewerbliche Minijobs richtet sich ab hier nach § 241 SGB V zuzüglich § 242a SGB V. § 249b Satz 2 SGB V für Privathaushalte bleibt unverändert.

Was Sie als Arbeitgeber jetzt tun sollten

Einen Antrag brauchen Sie für die Erhöhung nicht zu stellen. § 249b Satz 1 SGB V n.F. gilt ab dem 1. Januar 2027 automatisch für jeden gewerblichen Minijob. Sinnvoll ist trotzdem, sich schon jetzt auf die höhere Belastung einzustellen: Rechnen Sie die Mehrkosten für jeden Ihrer gewerblichen Minijobber mit dem Rechner oben durch, sobald das Bundesministerium für Gesundheit den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz für 2027 bekanntgegeben hat.

Praktischer Hinweis: Beschäftigen Sie gewerbliche Minijobber und gleichzeitig jemanden im Privathaushalt, halten Sie beide Beitragskonten getrennt. Für den Privathaushalt bleibt es bei 5 Prozent (§ 249b Satz 2 SGB V) – unabhängig davon, was für Ihren Betrieb ab 2027 gilt.

Häufige Fragen

Was kostet mich mein Minijobber ab 2027 mehr?

Das kommt darauf an, was für einen Minijob Sie haben. Bei einer Beschäftigung im Privathaushalt (§ 8a SGB IV) ändert sich nichts: Der Pauschalbeitrag bleibt bei 5 Prozent (§ 249b Satz 2 SGB V). Bei einem gewerblichen Minijob (§ 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV) steigt der Krankenversicherungs-Pauschalbeitrag ab dem 1. Januar 2027 von bisher 13 Prozent auf 14,6 Prozent (§ 241 SGB V) plus den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz (§ 242a SGB V, § 249b Satz 1 SGB V n.F.). Wie hoch dieser Zusatzbeitragssatz für 2027 genau ist, hatte das Bundesministerium für Gesundheit im September 2026 noch nicht bekanntgegeben. Mit dem Rechner oben rechnen Sie die Mehrkosten schon jetzt mit einer eigenen Annahme durch; sobald der amtliche Wert feststeht, tragen Sie ihn einfach ein.

Gilt die Erhöhung auch für meine Haushaltshilfe im Privathaushalt?

Nein. § 249b SGB V hat zwei Sätze, und nur Satz 1 wurde geändert. Satz 2 regelt den Pauschalbeitrag von 5 Prozent für Beschäftigungen im Privathaushalt (§ 8a SGB IV) und bleibt unverändert. Beschäftigen Sie also eine Haushaltshilfe, Putzkraft, Betreuungsperson oder Gartenkraft über das Haushaltsscheckverfahren, zahlen Sie ab 2027 weiterhin denselben Pauschalbeitrag wie bisher. Die Erhöhung betrifft nur gewerbliche Arbeitgeber nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV.

Was genau ändert sich am Gesetzestext des § 249b SGB V?

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (Gesetz vom 24. Juli 2026, BGBl. 2026 I Nr. 228, ausgegeben am 29. Juli 2026) ersetzt § 249b Satz 1 SGB V komplett. Der neue Wortlaut lautet: "Der Arbeitgeber einer Beschäftigung nach § 8 Absatz 1 Nummer 1 des Vierten Buches hat für Versicherte, die in dieser Beschäftigung versicherungsfrei oder nicht versicherungspflichtig sind, auf das aus dieser Beschäftigung erzielte Arbeitsentgelt einen Beitrag in Höhe des allgemeinen Beitragssatzes nach § 241 zuzüglich des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes nach § 242a zu tragen." Bisher stand dort ein fester Pauschalbeitrag von 13 Prozent. Neu ist die Kopplung an den allgemeinen Beitragssatz (14,6 Prozent, § 241 SGB V) plus den jährlich neu festgelegten durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz (§ 242a SGB V) – der Pauschalbeitrag für gewerbliche Minijobs wird damit dynamisch statt fest.

Ab wann gilt die neue Regelung genau, und wie sicher ist dieses Datum?

Ab dem 1. Januar 2027. Das steht nicht in einer Pressemitteilung, sondern direkt im Gesetz: Artikel 8 Absatz 2 des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes nennt Artikel 1 Nummer 64 – das ist die Neufassung des § 249b Satz 1 SGB V – als eine der Vorschriften, die am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Verkündet wurde das Gesetz schon am 29. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt (BGBl. 2026 I Nr. 228); fällig werden die höheren Pauschalbeiträge aber erst mit dem Jahreswechsel 2026/2027.

Wie hoch ist der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz 2027 – und warum nennt diese Seite keine feste Zahl?

Weil er im September 2026 noch nicht amtlich feststand. § 242a SGB V verpflichtet das Bundesministerium für Gesundheit, diesen Satz jedes Jahr neu bekanntzugeben – meist erst im Herbst des Vorjahres. Für 2027 lag diese Bekanntgabe bei Erstellung dieser Seite noch nicht vor. Deshalb nennt diese Seite keinen festen neuen Gesamtprozentsatz als Gesetzeswert, sondern macht den Zusatzbeitragssatz im Rechner oben zu einem editierbaren Feld. Der voreingestellte Wert von 2,5 Prozentpunkten ist ausdrücklich nur ein Platzhalter zum Ausprobieren – keine Prognose und kein amtlicher Wert. Tragen Sie den tatsächlichen Wert ein, sobald das Bundesministerium für Gesundheit ihn veröffentlicht.

Was ist mit den anderen Abgaben auf den Minijob – Rentenversicherungspauschale, Pauschsteuer, U1/U2, Insolvenzgeldumlage und Unfallversicherung?

Diese Abgaben ändert das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz nicht – betroffen ist nur der KV-Pauschalbeitrag nach § 249b Satz 1 SGB V. Die genauen aktuellen Sätze für die Rentenversicherungspauschale, die Pauschsteuer nach § 40a EStG sowie die Umlagen U1, U2, die Insolvenzgeldumlage und die Unfallversicherung stehen hier nicht, weil sie sich teils jährlich ändern; die Umlagesätze U1/U2 unterscheiden sich zusätzlich von Krankenkasse zu Krankenkasse. Im Rechner können Sie diese Sätze unter "Weitere Abgaben" optional selbst eintragen. Die aktuellen Werte bekommen Sie bei der Minijob-Zentrale, der Krankenkasse oder für die Unfallversicherung beim zuständigen Unfallversicherungsträger.

Betrifft die Änderung auch Midijobs oder normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung?

Nein. § 249b SGB V regelt nur den Arbeitgeberbeitrag für Beschäftigte, die in einem Minijob nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV versicherungsfrei oder nicht versicherungspflichtig sind. Für den Übergangsbereich (Midijob, § 20 Abs. 2a SGB IV) und für reguläre, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gilt diese Vorschrift nicht – dort teilen sich Arbeitgeber und Beschäftigte den Krankenversicherungsbeitrag ohnehin schon nach den allgemeinen Regeln zur Hälfte. Betroffen sind also ausschließlich Arbeitgeber gewerblicher Minijobs nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV.

Rechtsquellen und Hinweis zur Aktualität

Maßgeblich ist die Verkündung im Bundesgesetzblatt: GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 24. Juli 2026, BGBl. 2026 I Nr. 228, ausgegeben am 29. Juli 2026. § 249b Satz 1 SGB V wird durch Artikel 1 Nummer 64 ersetzt und tritt nach Artikel 8 Absatz 2 am 1. Januar 2027 in Kraft. § 249b Satz 2 SGB V bleibt unverändert.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Information und keine Rechtsberatung im Einzelfall. Stand: 07.09.2026. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz für 2027 nach § 242a SGB V stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest und kann sich von der im Rechner verwendeten Annahme unterscheiden. Prüfen Sie Ihren konkreten Fall im Zweifel mit sozialrechtlicher oder steuerlicher Beratung.

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